Bobath-Konzept

 

Das Bobath Konzept ist ein problemlösungsorientiertes Konzept zur Befunderhebung und Behandlung von Menschen mit Störungen von Funktionsfähigkeit, Bewegung und Haltungskontrolle aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung des zentralen Nervensystems.

● Multiple Sklerose

● Schlaganfall,

● Schädelhirntrauma,

● Cerebralparese

● Morbus Parkinson

● Hirntumor

Die heutige Basis für das Bobath Konzept bilden ein aktuelles Wissen aus den Neurowissenschaften, insbesondere aus den Gebieten der motorischen Kontrolle und des motorischen Lernens, der neuralen und muskulären Plastizität, sowie der Biomechanik. Im Weiteren gründet das Konzept auf der Erfahrung von klinischen Experten und den Bedürfnissen und Erwartungen der Patienten (Sackett 2000).

Übergeordnete Leitidee der Therapie ist, optimale Bedingungen für die Entfaltung der senso-motorischen Kompetenz der betroffenen Person unter Berücksichtigung der geistigen, sozialen und emotionalen Bereiche zu ermöglichen.

So wird versucht, günstige Voraussetzungen für senso-motorisches Lernen herzustellen. Wesentliche Bestandteile dabei sind zentrale Wachheit und Aufmerksamkeit bei den Betroffenen wieder zu aktivieren. Dazu können beispielsweise somato-sensorische und vestibuläre Informationen, wie Berühren und Bewegen, aber auch Anregungen im akustischen, optischen, Geruchs- und Geschmacksbereich gezielt ausgesucht und angeboten werden.

Therapieziele sind die Differenzierung funktioneller Fähigkeiten, Erweiterung der Handlungskompetenz und größtmögliche Selbstständigkeit im Lebensumfeld.

Eigenes Ausprobieren und variationsreiches Wiederholen im entsprechend sinnvollen Handlungsbezug fördern den Prozess des handlungsorientierten und funktionellen Lernens. Alltagssituationen im persönlichen Lebensraum des Betroffenen, zum Experimentieren und Entwickeln motorischer Strategien, wirken sich besonders günstig auf die Reorganisation von zentralen Funktionsverlusten aus. Handlungskompetenz kann sich nur dann entwickeln, wenn ein Mensch Ziele verfolgen kann, die für ihn selbst bedeutungsvoll sind.

Die für das Erreichen des Zieles benötigte Hilfe erhält er durch die Anwendung therapeutischer Techniken. Unter solchen Bedingungen kann optimale Eigenaktivität entstehen, die bei Beachtung biomechanischer Gegebenheiten durch das entsprechende therapeutische Angebot tonusregulierend wirkt.

Im Unterschied zu anderen Therapieformen existieren im Bobath-Konzept keine standardisierten Übungen, sondern im Vordergrund stehen individuelle und alltagsbezogene therapeutische Aktivitäten. Dies betrifft Bereiche wie Kommunikation, Nahrungsaufnahme, Körperpflege, An- und Auskleiden, Fortbewegung, Spiel und Beschäftigung - beispielsweise zu Hause, im Kindergarten, in der Schule, im Beruf oder in der Freizeit.

Aufgabe der Therapeutin ist, die spezifischen Erfordernisse gemeinsam mit dem betroffenen Menschen und den ihn betreuenden Personen herauszufinden.

Mehr Informationen unter www.bobath-vereinigung.de